Dr.med. Urs Honegger

Die NO-Messung

1990 konnte Lars Gustafsson erstmals Stickstoffmonoxid in der durch den Mund ausgeatmeten Luft nachweisen. Seither ist enorm viel über diesen biologischen Marker geforscht worden. 1998 erhielten 3 Forscher für ihre Arbeiten mit NO bei Herzkreislauferkrankungen den Nobelpreis für Medizin.

Biologie :
NO ist ein freies Radikal. Es hat eine sehr kurze Halbwertszeit 1 - 5 Sekunden. NO wird synthetisiert aus L-Arginin und Sauerstoff durch das Enzym NO-Synthase. Verschiedene biologische Prozesse erhöhen die Aktivität der NO-Synthase, zB allergische Entzündungen und virale Infekte. Bakterielle Infekte hingegen erhöhen des NO praktisch nicht. Auch Raucher haben niedrige NO-Werte.

Messung :
Bestimmt wird die Konzentration von NO in der Ausatmungsluft bei einem vorgegebenen Ausatmungsfluss. Man hat sich auf einen Ausatmungsfluss von 50 mL/s geeinigt. Die NO-Konzentration wird durch den Atemfluss dividiert. Dies ergibt den Wert des FE NO. Bei rascherer Ausatmung sinkt die NO-Konzentration. Daher ist es äussert wichtig, dass die vorbestimmte Ausatmungsgeschwindigkeit eingehalten wird.

Anwendung :
Beim Asthma kann die medikamentöse Therapie damit besser gesteuert werden. Bei hohen Werten muss die Steroid-Dosis erhöht und bei tiefen Wert reduziert werden.
Bei anhaltend niedrigen Werten muss an die Möglichkeit einer Zilien-Funktionsstörung gedacht werden.