Dr.med. Urs Honegger

Das Schlafapnoe-Syndrom

4 - 8 % der habituellen erwachsenen Schnarcher weisen eine Schlafapnoe auf.

Während dem Schlaf kollabiert der obere Luftweg im Bereiche des weichen Gaumens und des Zungengrundes beim Einsaugen der Atemluft. Es entsteht eine Einengung (=Obstruktion). Bei vollständigem Verschluss kommt es trotz verstärkten Atembewegungen zu einem Atemstillstand (=Apnoe). Dies weckt den Patienten kurz auf (=Arousal).

Atemwege

Apnoe

Dadurch kommt es zu einer Zerstückelung des Schlafes. Die Zeitdauer des erholsamen Tiefschlafes wird verringert. Am Morgen sind die Patienten nicht ausgeschlafen. Häufig klagen sie über Kopfschmerzen. Tagsüber schlafen sie sehr rasch ein , z.T. bei der Arbeit oder beim Autofahren. Es kann zu beruflichen Problemen und zu Persönlichkeitsveränderungen kommen.

Bei Anzeichen einer Schlafapnoe sollten eine genaue Abklärung gemacht werden. Zuerst wird in der Regel eine ambulante Untersuchung (respiratorische Polygraphie) durchgeführt. Bei nicht eindeutigen Resultaten muss die Untersuchung in einem Schlaflabor mit zusätzlicher Ableitung der Hirnströme wiederholt werden (Polysomnographie).

Therapie:

Bei wenig Apnoen und wenig Symptomen kann schon eine Gewichtsabnahme zu einer wesentlichen Verbesserung führen.

Auch eine Zahnspange, welche im Schlaf den Unterkiefer nach vorne verlagert, kann als Therapie angewendet werden.

In schwereren Fällen wird eine kontinuierliche nasale Überdruckbeatmung (=nCPAP) nötig. Dadurch wird der Schlaf wieder erholsam. Der Tiefschlaf normalisiert sich. Die Lebensqualität steigt.

Gelegentlich kann auch ein operativer Eingriff am Kiefer, im Bereiche der Nasengänge oder im Rachen erfolgreich sein.