Dr.med. Urs Honegger

Der Lungentumor

Beim Lungentumor handelt es sich meistens um den bösartigen Lungenkrebs (Krebs=Karzinom). Gutartige Lungentumore sind selten. Der Lungenkrebs entsteht aus Zellen der Schleimhaut der Atemwege (Bronchien; Bronchuskarzinom) oder selten der Lungenbläschen (Alveolen; Alveolarzellkarzinom). Der Lungenkrebs ist ein sehr bösartiger Tumor. In der Schweiz sind 2004 1935 Männer und 860 Frauen daran gestorben. Bei den Männer ist er die häufigste und bei den Frauen die zweithäufigste Krebstodesursache. Um 1900 war der Lungenkrebs eine sehr seltene Krankheit. Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat die Häufigkeit erheblich zugenommen. Bei den Frauen nimmt die Häufigkeit jetzt noch zu. Bei den Männern konnte der Anstieg gestoppt werden.

Ursache:

1950 wurde der Zusammenhang zwischen Lungenkrebs und Zigarettenkonsum belegt. Massgebend ist die Menge Zigaretten und das Alter beim Beginn des Rauchens. Das Risiko an einem Lungenkrebs zu erkranken ist bei Zigarettenraucher ungefähr zehnmal höher als bei Menschen, die nie geraucht haben.. Andere Faktoren wie Passivrauchen, Kontakt mit Asbest und radioaktive Strahlen können die Bildung von Lungenkrebs auch fördern.

Symptome:

Leider macht der Lungenkrebs erst spät Symptome. Typische Beschwerden sind: Änderung des Hustens, Blut im Auswurf, Schmerzen am Brustkasten, neu aufgetretene Atemnot. Häufig findet man einen Lungentumor zufällig auf dem Röntgenbild der Lunge. Manchmal sieht man einen verdächtigen Befund nur im Computertomogramm.

Bilder:


Diagnose:

Zur Bestätigung und Typisierung braucht es eine Gewebsprobe. Meistens kann eine solche Probe mit dem Bronchoskop endoskopisch entnommen werden. Manchmal ist aber ein kleiner operativer Eingriff nötig.

Typen:

Unter dem Mikroskop können verschiedene Gewebetypen unterschieden werden:

Wegen der Therapie ist die Unterscheidung zwischen dem kleinzelligen und dem nicht-kleinzelligen Typ wichtig.

Vorgehen:

Der kleinzellige Lungenkrebs wird von Anfang an mit Chemotherapie behandelt, da er sich sehr früh ausbreitet.

Beim nicht-kleinzelligen Tumor wird nach Möglichkeit eine Operation angestrebt. Voraussetzung dafür ist, dass der Tumor vollständig entfernt werden kann. Vor der Operation muss daher abgeklärt werden, ob Ableger, Metastasen genannt, vorhanden sind. Dies wird heute mit dem PET CT gemacht. Dann muss beurteilt werden, wie viel gesunde Lunge entfernt werden darf. Es wird nicht nur das Tumorgewebe, sondern auch ein Teil der Lunge entfernt. Ungefähr 30% der Patienten können operiert werden.

Falls Ableger nachweisbar sind oder die Funktion der Lunge zu stark eingeschränkt ist, kann die Entfernung des Tumors operativ nicht durchgeführt werden. Meistens wird dann eine Chemotherapie durchgeführt. Bei sehr gutem Ansprechen kann manchmal nach der Chemotherapie der Tumor operativ entfernt werden. Gezielt kann der Tumor oder einzelne Ableger mit Bestrahlung (Radiotherapie) behandelt werden. So können Beschwerden gelindert und das Wachstum des Tumors verlangsamt werden.

Prävention: Die Prognose des Lungenkrebs ist sehr ernst. Die wichtigste Massnahme gegen den Lungenkrebs ist die Prävention. Durch den Verzicht auf das Rauchen wären viele Lungenkrebse vermeidbar. Leider ist dies nicht immer ganz einfach durchzuführen. Es gibt Hilfsmittel, die die Raucher dabei unterstützen.